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Was sind und wie funktionieren Systemische Aufstellungen?

Systemische Aufstellung bezeichnet ein Verfahren, bei dem stellvertretende Personen für manche Kollegen und Mitarbeiter eines Klienten stehen 

und konstellativ angeordnet (gestellt) werden – um aus einer dazu in Beziehung gesetzten Wahrnehmungsposition gewisse Muster innerhalb jenes Organisations-Systems erkennen zu können. Die Praxis der Systemische Aufstellung gründet auf der Vermutung, dass innerlich-grundlegende Beziehungsverhältnisse auch innerlich räumlich abgespeichert wirken.

Ablauf

Systemische Aufstellungen finden meist in Gruppen von zehn bis zwanzig Personen statt. Einer, der eine persönliche Thematik lösen möchte, meldet sich, um für sich eine Aufstellung durchführen zu lassen. Der Aufstellungsleiter befragt diesen Klienten zu seiner Situation, zu seinem System und zu seinem Anliegen.

Für manche System-Mitglieder (welche als wesentlich zum Anliegen des Klienten vermutet werden) werden dann aus der anwesenden Seminargruppe Stellvertreter gewählt, welche zueinander in Beziehung positioniert werden. Auch der Klient selbst wählt einen Stellvertreter, der für sein eigenes Ich (Fokus) steht, und zu den anderen repräsentierten System-Mitgliedern in räumlichen Bezug gestellt wird. Mittels des intuitiven Positionierens von Stellvertretern „stülpt“ der Klient gewissermaßen sein inneres Bild hinsichtlich unbewusst abgebildeter Relationen (untereinander und in Relation zu seinem Fokus) nach außen in den Raum .

Aufgrund der eingenommenen Positionen der jeweiligen Stellvertreter können Gefühlsregungen oder Gedanken bei diesen entstehen, die oft in verblüffender Weise spiegelbildlich zu repräsentierten Personen aus dem System des Klienten sind. Dieses Phänomen wird in der Aufsteller-Szene als „repräsentierende Wahrnehmung“ bezeichnet. Dabei werden Verstrickungen offengelegt: Aufgaben, die dem Klienten (unbewusst) aufgebürdet worden sind oder eine Systemdynamik, die er unbewusst (aus Loyalität zum System) selbst entwickelt habe – die sein Leben aus dem Gleichgewicht bringt.

Solche Muster möchten bei der Aufstellungsarbeit nachvollzogen und verändert werden. Um nicht einer „falschen Fährte“ zu folgen, werden bei Familienaufstellungen üblicherweise Offenlegungstests hinsichtlich der vermuteten Problemmusters durchgeführt, bspw. kinesiologische Tests.

 

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